Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt “Freischütz Digital – Paradigmatische Umsetzung eines genuin digitalen Editionskonzepts” ist ein gemeinschaftliches Projekt der Goethe-Universität Frankfurt, der International Audio Laboratories Erlangen und der Universität Paderborn, letztere übernimmt dabei die Gesamtkoordination.

Im Anschluss an den Entwurf eines an Frans Wierings Multidimensional Model angelehnten Konzepts genuin digitaler Musikeditionen soll am Beispiel von Webers Freischütz ein proof of concept sowohl für die Möglichkeiten neuartiger Editionsmethoden als auch damit verbundener neuer Fragestellungen geliefert werden. In den von vier Projektpartnern gemeinsam bearbeiteten sechs Arbeitspaketen stehen die graphische, logische und die akustische (bzw. performative) Domäne des Werks im Zentrum. Zugleich wird auf eine umfassende und detaillierte Kontextualisierung der Daten und die dafür notwendigen formalisierten Verknüpfungskonzepte Wert gelegt. Da erstmals der Musik-Codierungsstandard MEI für ein umfangreiches Werk der Common Western Notation angewendet und mit einer TEI-Codierung der Textanteile verbunden wird, eröffnen sich für das Prozessieren, Anreichern und Wiederverwenden der Daten völlig neue Möglichkeiten. Mit der Exploration der Möglichkeiten zur Verknüpfung mit Audio- (und ggf. Video-)Aufnahmen und deren Segmentierung wird das Projekt im akustischen Bereich zur Lösung generischer Fragestellungen beitragen, mit der Demonstration des Potentials seines neuartigen digitalen Editionsmodells die Diskussion über künftige Editionsformen befördern und mit exemplarischen Untersuchungen zum Aspekt der Varianz weitere Grundlagenforschungen anregen.

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Förderkennzeichen 01UG1239A bis C